Steinfeld, St. Johann

Kath. Kirchengemeinde St. Johannes d. T., in 49439 Steinfeld

Das Instrument wurde 1930 von der Fa. Feith, Paderborn als pneumatisches Kegelladeninstrument erstellt. 2006 / 2007 erfolgte neben einer Orgelreinigung eine umfangreiche Restaurierung der Kegelladen, der Magazinbalganlage, des Pfeifenwerkes und des Spieltisches, welche wir als Nachfolger der Erbauerfirma schon aus firmeninternen Gesichtspunkten mit großer Freude durchgeführt haben.

Wegen einer Neuplatzierung des Spieltisches, welcher bislang seitlich auf der Empore stand und jetzt mittig auf der Bühne zur besseren Chorleitung zur Aufstellung kam, entschieden sich die hier Verantwortlichen für eine Elektrifizierung des Instrumentes. Leider wurde die ehemalige Disposition von 1930 zwischenzeitlich erheblich verändert, wie es die nachfolgend gegenübergestellten Dispositionen verdeutlichen. Trotz Dispositions-änderungen ist das romantisch geprägte Klangbild bei diesem Instrument als besonders wertvoll zu bezeichnen.

Dispositionsübersicht

 

Disposition der Feith-Orgel von 1930 / 31

Vorhandene Disposition 2005

 

 

2009 Rückführung II. Manual
- Hohlflöte 8’ – Original Doppelflöte 1931/31
- Klarinette 8’ – durchschlagend neu
Die zwischenzeitlich zugefügten Register
Scharff 4’ und Gemshorn 2’ wurden entfernt.

 

 

 

Hauptwerk – Manual I

 

Hauptwerk – Manual I

 

 

 

 

 

1. Bordun

16’

1. Bordun

16’

2. Prinzipal

8’

2. Prinzipal

8’

3. Lieblich Gedeckt

8’

3. Gamba

8’

4. Blockflöte

8’

4. Blockflöte

4’

5. Gamba

8’

5. Sesquialtera

2-fach

6. Dulciana

8’

6. Lieblich Gedackt

8’

7. Krummhorn

8’

7. Oktave

4’

8. Oboe

8’

8. Rohrflöte

4’

9. Quinte

5 1/3’

9. Nachthorn

2’

10. Oktav

4’

10. Quinte

5 1/3’

11. Rohrflöte

4’

11. Oktave

2’

12. Cornett

4’

12. Mixtur

3-fach

13. Rauschpfeife

2 2/3’

13. Oboe

8’

14. Nachthorn

2’

14. Krummhorn

8’

(Sifflöte 1’)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manual II

 

Manual II

 

15. Quintatön

16’

15. Quintatön

16’

16. Geigenprinzipal

8’

16. Geigenprinzipal

8’

17. Hohlflöte

8’

17. Hohlflöte

8’

18. Aeoline

8’

18. Aeoline

8’

19. Vox coelestis

8’

19. Vox coelestis

8’

20. Tibia

8’

20. Tibia

8’

21. Klarinette

8’

21. Klarinette

8’

22. Trompete

8’

22. Trompete

8’

23. Clairon

4’

23. Clairon

4’

24. Konzertflöte

4’

24. Konzertflöte

4’

25. Quintflöte

2 2/3’

25. Quintflöte

2 2/3’

26. Mixutur 2 2/3’

4’

26. Mixtur 2 2/3’

4’

27. Terzflöte

1 3/5’

27. Terzflöte

1 3/5’

28. Flötencornett

8’

28. Flötencornett

8’

 

 

 

 

 

 

 

 

Pedal

 

Pedal

 

29. Violon

16’

29. Violon

16’

30. Subbaß

16’

30. Subbaß

16’

31. Zartbaß

16’

31. Zartbaß

16’

32. Posaune

16’

32. Posaune

16’

33. Cello

8’

33. Cello

8’

34. Flötbaß

8’

34. Flötb

8’

35. Prinzipal

4’

35. Prinzipal

4’

36. Cornett

4’

36. Cornett

4’

 

 

 

 

 

 

 

 

Koppeln

 

 

 

SubOct. Coppel

II / I

Die zwischenzeitlich hinzugefügte Sifflöte 1’ befand sich auf einer Zusatzlade und kam bei der Renovierung in 2007 nicht mehr zum Einbau.

SuperOct.         

II / I

Coppel

 

SuperOct.         

 

Coppel             

I

Ped.-Coppel     

II

Ped.-Coppel      

I

Man.-Coppel     

II / I

 




Disposition und Projektbegleitung: Regionalkantor und Orgelsachverständiger Stefan Decker, Vechta

Fazit (aus dem Orgelgutachten von Stefan Decker vom 23. Mai 2007)

‚‚Mit den durchgeführten Maßnahmen konnte das Instrument in der Funktionssicherheit und auch klanglich deutlich verbessert werden. Der neue Aufstellungsort des Spieltisches und die hinzugekommenen Spielhilfen (Setzerkombinationen) kommen der kirchenmusikalischen Praxis sehr entgegen.

Eine weitere klangliche Aufwertung würde das Instrument natürlich durch die wünschenswerte Rückführung der Disposition in den Originalzustand erfahren. Dabei könnten die jetzt aufgefundenen Pfeifen (eine Doppelflöte in Holz, wahrscheinlich die ehemalige Hohlflöte 8’ im II. Manual) ein erster gewichtiger Schritt sein.’’

Schlussbemerkung

Aufgrund des unermüdlichen Einsatzes von Herrn Pfarrer Ortmann konnte die Rückführung des II. Manuals bereits 2009 verwirklicht werden, indem die auf dem Kirchengewölbe zufällig vorgefundene Original-Doppelflöte (Holz) im Klangbild aufgenommen wurde. Die Rekonstruktion der neuen durchschlagenden Klarinette 8’ erfolgte nach ‚Original Feith’schen Mensuren’.

Bleibt der Wunsch, dass auch das Hauptwerk durch den Wiedereinbau der Register Blockflöte 8’ (jetzt Blockflöte 4’), Dulciana 8’ (jetzt Sesquialtera 2-fach), Cornett 4’ (jetzt Oktave 2’) und Rauschpfeife 2’ (jetzt Mixtur 3-fach) in absehbarer Zeit seine Rückführung erfährt.

Möge sich der Wunsch Ihres Orgelsachverständigen über die komplette Rückführung der Disposition in absehbarer Zeit verwirklichen lassen. Damit käme diese verantwortungsbewusste Orgelrenovierung der romantischen Feith-Orgel von 1931 zur Freude der jetzigen und kommenden Generationen sowie der Orgelfreunde der Denkmalpflege und des Orgelbauers zum langersehnten Abschluss.


SIEGFRIED SAUER

ORGELBAUMEISTER

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