Evang. Christophoruskirche, 13629 Berlin-Siemensstadt
Fertigstellung 2005
Umfangreiche Restaurierung der 1931 von Dr. phil. Oskar Walker erstellten Orgel ( elektropneumatisches Taschenladensystem ).
DISPOSITION und Pfeifenwerk (nach Abschluß der Renovierung)
| I. Hauptwerk | C - a‘‘‘ | |
| 1. Prinzipal | 8‘ | |
| 2. Bordun | 8‘ | |
| 3. Dulziana | 8‘ | |
| 4. Oktave | 4‘ | |
| 5. Hohlflöte | 4‘ | |
| 6. Quinte | 2 2/3‘ | |
| 7. Oktave | 2‘ | |
| 8. Mixtur 4-5f. | 2‘ | Neuanfertigung Rekonstuktion |
| 9. Trompete | 8‘ | |
| 10. II – I | ||
| 11. Super I | ||
| II. Schwellwerk | C-a‘‘‘ | |
| 12. Gedackt | 16‘ | |
| 13. Hornprinzipal | 8‘ | |
| 14. Konzertflöte | 8‘ | neu historische Bauweise |
| 15. Violon | 8‘ | |
| 16. Rohrflöte | 8‘ | |
| 17. Aeoline | 8‘ | |
| 18. Vox celeste | 8‘ | |
| 19. Prinzipal | 4‘ | |
| 20. Nachthorn | 4‘ | |
| 21. Nasat | 2 2/3‘ | |
| 22. Picolo | 2‘ | |
| 23. Zimbel 3-4f. | 1‘ | |
| Dieses Register wurde rekonstruiert, wobei einige Originalpfeifen, welche sich in der vorh. Mixtur befanden, Verwendet wurden. | ||
| 24. Oboe | 8‘ | |
| 25. Super II | ||
| 26. Tremulant | ||
| Pedalwerk | C – f‘ | |
| 27. Untersatz | 32‘ | neu (akustisch ) |
| 28. Kontrabass | 16‘ | |
| 29. Subbass | 16‘ | |
| 30. Sanftbass | 16‘ | Transmission aus 12. |
| 31. Oktavbass | 8‘ | |
| 32. Gedecktbass | 8‘ | |
| 33. Violon Cello | 8‘ | Transmission aus 14. |
| 34. Choralbass | 4‘ | |
| 35. Hintersatz 4f. | 4‘ | |
| 36. Posaune | 16‘ | |
| 37. Hornoboe | 8‘ | Transmission aus 24. |
| 38. I - P | ||
| 39. II - P | ||
| 40. Super II - P | ||
· freistehender Spieltisch
· elektrische Traktur
· Taschenladen
Spielhilfen: Handregister, 4 freie Kombinationen, Auslöser, Tutti
Bei dieser Orgel handelt sich um ein nicht alltägliches, wertvolles und fast vollständig erhaltenes Instrument aus der Frühzeit der Orgelbewegung
(1931 erbaut – vier Jahre nach der Freiburger Orgeltagung). Windladen und Balganlage sowie nahezu fast das gesamte Pfeifenwerk sind hier noch im Originalzustand erhalten. Das Instrument erbaute Dr. phil. Oskar Walcker, Nachfahre des bedeutenden Orgelbauers und Firmengründers Eberhard Friedrich Walcker in der sechsten Generation. Typisch für diese frühe Phase der Orgelbewegung ist das Vorhandensein vieler Grundstimmen gleicher Fußzahl, denen barocke Klangmischungen gegenübergestellt werden. Die damals den Markt beherrschenden großen Weltfirmen taten sich anfangs noch schwer mit der zunächst diskutierten Wiedereinführung der Schleiflade und hielten vorerst an den damals üblichen, bewährten elektro-pneumatischen Systemen fest.
Die für die damalige Orgelbewegung klangtypischen Eigenschaften, z. B. sehr mild intonierte Klangkronen, verkörpern ein Klangbild, welches heute vielfach wieder angestrebt wird.
Somit stellt diese Orgel in ihrer historisch gut erhaltenen Substanz ein unzweifelhaft erhaltenswürdiges Zeitzeugnis dar.
Es wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
1. Reinigung und Überarbeitung der Labial- Metall- Zungen- und Holzpfeifen.
2. Reinigung des Orgelwerkes
3. Überarbeitung der Windladen – Taschenladen
Hierbei wurde im restaurativen Sinne verfahren, d.h. alle Taschen wurden nach dem Ausbau an ihrem Boden nach Register und Ton gekennzeichnet, verpackt und die Werkstatt gebracht, um sie neu zu beledern und mit Talkum einzureiben. Danach erfolgte der Rücktransport in die Kirche und der Wiedereinbau. Durch dieses Verfahren blieb die Holzform der Taschen erhalten und jede Tasche wurde exakt an ihrem alten Platz aufgeleimt.
4. Sorgfältige Restaurierung des kompletten Spieltisches
Diese Arbeiten wurden im Betrieb durchgeführt, so dass ein Ausbau des Spieltisches erforderlich war.
A. Einbau einer Koppel Sup.II
B. Einbau einer Koppel Sup. II/I
C. Einbau einer Koppel 10 2/3‘ für den akustischen Untersatz 32‘
5. Elektrische Spiel- und Registertraktur
Erneuerung aller Tonmagnete
Da die gesamte Verkabelung des Instrumentes nicht mehr zuverlässig war, fand eine komplette Erneuerung des Orgelkabels statt.
6. Windanlage
Es sind insgesamt 4 Faltenbälge vorhanden, welche gründlich zu überarbeiten waren. Die Belederung wurde komplett erneuert.
7. Schwellwerk - Jalousie
Restaurierung des vorhandenen Jalousie-Steuerungsapparates bzw. Instandsetzung des kompletten Schwellwerkgehäuses.
Ziel war es, die historische nicht alltäglich Walcker’sche Bauart, bei der sich die drei Felder der Jalousieklappen nacheinander öffnen, zu erhalten.
8. Wiedereinbau der Pfeifen sowie Nachintonation aller Register
Nach Abschluß aller technischen Arbeiten und der erfolgten Reinigung aller Orgelpfeifen und Orgelteile erfolgte der Wiedereinbau und die Nachintonation aller Register im Sinne des symphonisch-expressiven wie gleichermaßen mild leuchtenden Klangbildes von 1931. Die in den 60er Jahren ergänzten Register wurden der historischen Intonation angepasst.
Die neue Mixtur, die rekonstruierte Zimbel im Schwellwerk, die neue Konzertflöte 8‘ sowie der im Pedal disponierte Gedecktbass 8‘ wurden im Sinne des historischen Klangbildes intoniert. Die Mensuration richtete sich nach vorhandenen Vorbildern.
Die Mensurierung und Intonation fand im Einvernehmen mit dem hier zuständigen Orgelsachberater, Herrn Kantor Michael Reichert, statt.
Baustellenbesprechung:
v.l. Herr Michael Reichert (Orgelsachberater), Herr Siegfried Sauer (Orgelbaumeister),
Herr Burkhard Klimke (Internateur)
Archivierung und Neubelederung der orginal Walkerschen Taschen

Ausbau der alten Magnete- Michael Marx

Einbau neuer Magnete- Sebastian Sauer

Einblick in die Schwellwerkslade mit aufrechten Taschen

Erneuerung der Taschen

Neufixierung des Winddruckes

Überarbeitung der Balganlage

Überarbeitung der Balganlage