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Chronik aus der Firmen-Chronik: Die Tradition des Unternehmens Westfälischer Orgelbau S.Sauer, Höxter-Ottbergen, reicht zurück bis in das Jahr 1805. Damals ließ sich der preußische Soldat GEORG JOSIAS EGGERT aus KleinOschersleben bei Magdeburg in Paderborn nieder, wo er im heutigen Adam-und-Eva-Haus eine Tischlerei betrieb und sich wohl auch mit dem Orgelbau beschäftigte. Näheres ist aus seinem Leben nicht bekannt. Im Jahre 1840 übernahm sein Sohn KARL JOSEPH die Werkstatt. Neben der Holzbearbeitung betrieb er auch den Handel mit Klavieren sowie den Verkauf von Wanduhren, die er eigens entwarf und konstruierte. Vor allem aber engagierte er sich verstärkt im Orgelbau. Die heute noch erhaltene Orgel in Berge bei Lippstadt geht in wesentlichen Teilen auf ihn zurück. |
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| Bedeutendster Repräsentant der Ära Eggert ist Karl Josephs Sohn FRANZ, der die Firma von 1874 bis 1902 leitete. Nach einer mehrjährigen Volontärzeit bei namhaften deutschen Werkstätten orientierte sich Eggert in technischer und ästhetischer Hinsicht an den gängigen Strömungen im Orgelbau seiner Zeit: Übergang von der Schleif- zur Kegellade, pneumatische statt mechanische Trakturen, Abkehr vom Werkprinzip zugunsten dynamisch abgestufter, klanglich eingedunkelter Manuale. Zielorientiert waren seine Instrumente vor allem an den Erfordernissen der damaligen katholischen Gottesdienstpraxis. Mit seinen über einhundert Neubauten war sein Schaffensbereich vor allem das Bistum Paderborn mit seinen im Zuge der Industrialisierung zahlreich errichteten Kirchen im Ruhrgebiet. Aber auch im Rheinland sowie in den übrigen preußischen Provinzen baute er mehrere, teils größere Instrumente. |
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| Kinderlosigkeit war der Grund, warum Eggert seinen Betrieb 1902 an den Kölner Orgelbauer ANTON FEITH 1. übertrug, der dem Unternehmen bis zu seinem Tod 1929 vorstand. Nach Größe und Kapazität machte er es zu einem der bedeutendsten im damaligen Deutschland. Unter Einbezug der inzwischen durch die Elektrotechnik im Orgelbau erweiterten Möglichkeiten ging er den von Franz Eggert eingeschlagenen Weg konsequent weiter, wobei die Dimensionen seiner Instrumente wuchsen. Höhepunkt war die 1926 errichtete prospektlose Große Orgel im Dom zu Paderborn mit ihren 109 Registern. |
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| Das Lebenswerk seines Sohnes und Nachfolgers ANTON FEITH II. war im wesentlichen bestimmt durch Naziherrschaft und 2. Weltkrieg sowie durch die Zeit des Wiederaufbaus in den 50er und 60er Jahren. Infolge der Zerstörungen insbesondere in den Großstädten bestand an Orgeln eine große Nachfrage, der Feith mit zahlreichen Neubauten entsprach. In zunehmendem Maße kamen dabei auch die durch die Orgelbewegung eingeforderten barocken Bau- und Klangprinzipien zum Einsatz. Wie Franz Eggert ebenfalls ahne Kinder, zog sich Feith 1972 aus der Firma zurück. !n der Ära Feith waren seit 1902 ca. 800 Orgeln entstanden, Ihr Ruf ist bis heute Legende. |
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| Neuer Inhaber wurde mit Jahresbeginn 1973 SIEGFRIED SAUER. Dieser hatte nach seiner Ausbildung in Deutschland und in der Schweiz bereits die Firma Stegerhoff /Steinheim übernommen und zuletzt in Höxter-Ottbergen eine neue Werkstatt errichtet, in die auch die Paderborner Fertigungsstätte verlegt wurde. Im Laufe der folgenden Jahre expandierte das Unternehmen zu einem der führenden Orgelbaubetriebe in der Bundesrepublik. Dem klassischen Orgelbau technologisch und klanglich verpflichtet, baute Sauer nahezu 300 teils große, bis 4-manualige Instrumente wie die neue Paderborner Domorgel (1981), St. Sophien in Hamburg (1997) sowie die Große Konzertorgel mit Fernwerk in der Historischen Stadthalle Wuppertal (1997). |
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| Als WESTFÄLISCHER ORGELBAU S. SAUER wird seit 1999 die Tradition in einem neuen Unternehmen fortgeführt. |
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