Renovierung der Mosengelorgel (1721)
in Swieta Lipka / Heilige Linde
Arbeitsbeginn: März 2009 - Fertigstellung: Oktober 2010
Disposition der Orgel
Geschichte der Orgel
• 1721
von Orgelbaumeister J. Mosengel als mechanisches Schleifladen-Werk erstellt.
• 1905
erbaute die Firma Terletzki-Goebel aus Königsberg im historischen Gehäuse ein neues Instrument, wobei Kegelladen mit einer pneumatischen Traktur zum Einbau kamen. Ferner wurde die ehemals 3-manualige Mosengel-Orgel auf 2 Manuale und Pedal umgestellt, wobei die Register des Hauptwerkes eine Kegellade für das Hauptwerksgehäuse und eine weitere Kegellade für das Rückpositiv erhielten.
• Oktober 2010:
Abschluss der im März 2009 begonnenen Restaurationsmaßnahmen durch die Firma Westfälischer Orgelbau S. Sauer aus Höxter-Ottbergen in Kooperation mit der Firma Michal Klepacki / Polen. Es erfolgte eine umfassende Sanierung der kompletten technischen Anlage (Spieltisch, Windladen, pneumatische Trakturen, Windanlage, etc.). Die im Prospekt befindlichen 217 Zinkpfeifen wurden durch neue Zinnpfeifen aus 14-ltg. Zinn (87,5%) erneuert. Neben einer sorgfältigen Restauration der historischen Innenpfeifen ist ein großer Teil des in den vergangenen Jahrzehnten aus minderwertigen Materialien und Mensuren hinzugefügten Pfeifenmaterials durch neues Pfeifenwerk in den vorgegebenen Legierungen, Mensuren und Bauweise rekonstruiert worden.
Mit Dankbarkeit und großer Freude sehen wir Orgelbauer aus Höxter-Ottbergen auf die gelungene Restaurierung dieses großartigen Orgelwerkes in der Wallfahrtskirche Maria Verkündigung in Swieta Lipka zurück, welche zum Weltkulturerbe ernannt worden ist.
Möge dieses Werk Pilgern und Organisten die Seele zum Lobe des Herrn öffnen und die jetzigen und kommenden Generationen in Gottesdienst und Konzerten mit Freude die christliche Botschaft erfahren lassen.
Das kleine masurische Dorf liegt 6 km südlich von Reszel. Es ist durch seine schöne Wallfahrtskirche „Maria Verkündigung“ berühmt, die alljährlich von tausenden von Touristen besucht wird. Durch die Initiative der Jesuiten wurde von unbekannten Architekten die Kirche 1687/93 im barocken Stil errichtet, deren Erbauer der gebürtige Tiroler Georg Ertly war und lange Jahre in Wilna lebte.
Das Kirchengelände setzt sich aus dem Gotteshaus, dem Kreuzgang mit vier Eckkapellen und dem Klostergebäude zusammen. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika der 1983 der Titel „Kleine Basilika“ von Papst Johannes Paul II zugestanden wurde.
Durch ein geschmiedetes Tor, das aus kunstvoll geschmiedeten Pflanzenornamenten besteht und im 18. Jahrhundert in den Werk-stätten des Schmieds Johann Schwartz aus Reszel gefertigt wurde, gelangt der Besucher in den Innenhof. (Trevorium)
